Altenau via Altenau
Meldung aus Altenau29.06.2013 ... und es ist wahrscheinlich so, dass die 13 keine Glückszahl ist, zumindest wenn man das Wetter betrachtet. Temperaturen, wie sie in der Regel so im November sind und zeitweise hat der Himmel Tränen gelacht, aber es waren beileibe keine Freudentränen ... Wie jedes Jahr hat Altenau (Elbe-Elster) eine Gemeindefahrt geplant, organisiert und eben auch durchgeführt – heuer nach Altenau ... hä? ... Ja, aber eben Altenau im Landkreis Goslar im niedersächsischen Nordharz. 47 Damen und Herren füllten dann eben auch am frühen Morgen den modernen, komfortablen und fast neuen Reisebus – und los ging es.
Goslar, die altehrwürdige Stadt am nördlichen Harz, benannt nach dem winzig kleinen unbedeutenden Flüsschen Gose, empfing uns trocken und etwa mit 16 Grad C. Ein wenig ungläubig schauten drei oder vier einzelne Sonnenstrahlen zwischen den beiden unterschiedlichen Türmen von Goslars „Hauptkirche“ auf uns und den Marktplatz hernieder, bevor wir uns einer Bimmelbahn anvertrauten, die uns in weniger als einer Stunde jeden einzelnen Stein Goslaer Kopfsteinpflasterstraßen und alle ehrwürdigen alten Bürgerhäuser und Villenviertel mit reizvoller und im Harz üblicher Fachwerkbauweise zeigte.
Ein paar Kilometer weiter und durch eine Umleitung fast unerreichbar weiten Fahrt führte uns der aktive und wohltuend wirksame „Wolfgang der Busfahrer“ in unserem Bus in die Höhen des Harzes in das völlig verregnete, mit unserem Heimatdorf namensgleiche Städtchen Altenau. Altenau – Höhenluft-Kurort im Sommer, Skiparadies im Winter – und bei Regen? Nichts anderes als jeder andere verregnete Ort der Welt, ist dafür mit dem weltweit größten Kräutergarten ausgestattet und bot ein Mittagessen, das ebenso weltweit einmalig anders gewürzt, aber gleichen Namens „Reis mit Geschnetzeltem“ den Geschmacksnerven besondere Reize anbot ... andere Länder, andere Sitten eben.
Der hauseigene weltweit gereiste Kräutergärtner, der neben Altenau und der Lüneburger Heide auch noch Thailand, Malaysia, die Philippinen und Madagaskar (wo der Pfeffer wächst) kennt, hat vor unseren Augen ein Gewürz gemischt und gebrannt, gemahlen und verpackt, was jeden von uns bei Benutzung mindestens 100 Jahre alt werden lässt - ich hab es „Doping für die Geschmacksnerven“ genannt. Es schmeckt, ja, ja es schmeckt. Der Regen spülte den Kräutergartenrundgang aus dem bergigen Garten, so dass wir nach einem kleinen Ortsrundgang pünktlich um 16 Uhr aufbrachen, um durch die Nebel des Oberharzes wohltuende 17 Grad auf dem Weg durch die Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und damit die Stadt Torgau erreichen ließ, in der uns ein schmackhaftes Abendessen gereicht wurde.
Danach waren die wenigen Kilometer bis in die brandenburgische Heimat ohne jede Bedeutung, als wir mit Beginn der Nacht Altenau (EE) erreichten. Und für alle 47 Teilnehmer endete ein schönes Gemeindefahrt-Erlebnis, das gut geplant und wohl organisiert ein großes Dankeschön denen gehört, die es zur Durchführung brachten.
Und noch fünf Worte: „Auf denn zur Fahrt 2014!“
Text u. Fotos: Eberhard Müller
Fotoserien
Altenau via Altenau (MO, 08. Juli 2013)



