In Mühlberg gibt es wieder Marktweiber
Meldung aus MühlbergAnläßlich des Weltgästeführertages wurde in Mühlberg am 23.03.2013 eine Stadtführung unter dem Motto „Menschen und Märkte“ durchgeführt. Die Marktweiber „Else“ (R. Bauer) und „Emma“ (K. Brunk) hatten dazu eingeladen und begannen ihre Führung auf dem Marktplatz vor dem Rathaus, wo sie sie erst einmal lautstark ihr Vorrecht für den besten Standplatz klärten.
Bei doch recht kalten Temperaturen und einem kräftigen Wind ging es weiter zum Hafen der in früherer Zeit ein großer Handelplatz für allerlei Güter, wie z.B. Fische, Holz und Kohle war. Weiter führte uns der Weg zum Rossschlächter Christen, wo dann sogleich auch reger Handel mit Wurst vom Roß betrieben wurde. Viele interessante Informationen erfuhren wir vom Fleischermeister rund um den Familienbetrieb der nun schon in 3. Generation weitergeführt wird. Die nächste Station führte uns zum ältesten Bürgerhaus der Stadt, in die Kirchstrasse zu Frau Waschkies, wo wir uns aufwärmen konnten und die Hausherrin uns etwas über die Geschichte des ehemaligen Salzhandels- u. Geschäftshauses erzählte. Zum Abschluss gab es ein kleines Salzsäckchen als Geschenk. Der Weg führte uns zur Konditorei Schaller, vor diesem Geschäft gab einen Trunk aus der „Hühnerschnapsbrennerei“ und jeder konnte ein kleines „Hainichbrot“, von Schallers gebacken, für einen Taler kaufen. Weiter zogen wir in Richtung Neustädter Markt, genau gesagt zur Löwen- Apotheke. Unterwegs boten die beiden Marktweiber immer wieder ihre mitgeführten Waren den vorbeikommenden Leuten lautstark, wie es früher üblich war, zum Kauf an.
In der Apotheke erwartete uns schon der Apotheker Dr. Stenger mit Ginko- u. Wintertee zum Aufwärmen und Plätzchen zum Bauch füllen. Auch er erzählte uns vieles Wissenswertes über die Geschichte des Apothekenwesens. Auch der Beruf des Baders in Mühlberg wurde erklärt und als plötzlich das Marktweib „Emma“ und einer der Gäste von Zahnweh geplagt wurden, zog „Else“ kurzerhand die Übeltäter mit der Zange raus. Wie damals wurde vorher mit einem kräftigen Schluck Alkohol betäubt.
Der letzte Anlaufpunkt war die Klostergärtnerei, wo an diesem Samstag der Frühlingsmarkt stattfinden sollte, der aber leider wegen des Wetters verschoben werden musste.
In der Gärtnerei gab es Kräuter aus früheren Zeiten zu sehen, wurden von der Fachfrau erklärt und zum Abschluss gab es ein Kräuterbrot zur Stärkung. Es war eine rundum gelungene und lustige Führung bei der man einiges Neues über das Marktwesen, Handeln und Feilschen in der Stadt in früherer Zeit erfuhr.
Ein großes Dankeschön geht an den Stadtmusikus “ Franziskus“ (F. Thiele), der uns mit seinem Akkordeon zu jeder Station musikalisch begleitete und natürlich an alle die sich tatkräftig für das Gelingen dieser Führung einsetzten.
Leider ist der Hofhund „Lumpi“ ( beige und aus Plüsch) der Marktfrau „Emma“, der ihre Waren tapfer gegen Diebe verteidigt, in der Nähe der Klostergärtnerei aus dem Handwagen gefallen, wer ihn findet meldet sich bitte bei „Emma“ bzw. K. Brunk Tel: 035342/ 71413.
J. Becker
Stadtarchiv
Fotoserien
Menschen und Märkte (DO, 28. März 2013)















