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Schlacht bei Mühlberg

Die Schlacht bei Mühlberg war das furiose Finale des Schmalkaldischen Krieges.

 

Schlacht bei Mühlberg, Druck, 1547

Im ersten Religionskrieg auf deutschem Boden standen die im Schmalkaldischen Bund vereinigten evangelischen Reichsfürsten und Reichsstädte dem katholischen Kaiser Karl V. (1500–1558) und seinen Verbündeten gegenüber. Die Truppen des Schmalkaldischen Bundes, angeführt von Kurfürst Johann Friedrich den Großmütigen (1503–1554), waren auf dem Rückzug Richtung Wittenberg, als sie am 24. April 1547 in Mühlberg vom kaiserlichen Heer überrascht wurden. In einem Gewaltmarsch hatte Fernando Alvarez de Toledo, der Herzog von Alba, die vereinigten Truppen des Kaisers mit deutschen, italienischen, spanischen und ungarischen Söldnern bis auf das gegenüberliegende Ufer vor Mühlberg geführt. Als die kurfürstlichen Späher dies bemerkten, brach Panik aus. Eilig wurde eine Marschordnung hergestellt. Die Verteidiger versuchten, die Schiffspontonbrücke über die Elbe zu zerstören, sprangen einige Spanier in die aprilkalte Elbe und versuchten schwimmend das Mühlberger Ufer zu erreichen. Inzwischen hatte der Mühlberger Bürger Barthel Strauchmann, dem kurfürstliche Söldner tags zuvor die Pferde requiriert hatten, dem Kaiser und seinen Reitern eine Furt durch die Elbe gezeigt, so dass die Kaiserlichen ungehindert über den Fluss kamen.

 

Der Elbübergang Karls V. bei Mühlberg, italienische Majolikaschale, um 1570

 

Rasch waren die Fliehenden eingeholt, die sich gegenseitig behinderten. Bei dem blutigen Gemetzel, das bis spät in die Nacht reichte, starben rund 3.000 kurfürstliche Söldner, während die Kaiserlichen nur etwa 50 Tote zu beklagen hatten. Aufgrund der Ereignisse lässt sich kein geschlossenes Schlachtfeld ausmachen. Die Kämpfe begannen in Mühlberg und erstreckten sich dann über ein weites Gebiet rechts der Elbe. In den Abendstunden war Kurfürst Johann Friedrich umstellt und gefangen genommen.

 

Der Herzog von Alba übergibt den gefangenen Kurfürsten an Kaiser Karl V., Wandbild in Alba de Tormes (Spanien), nach 1550

 

Neuere Forschungen vermuten ein Waldstück zwischen Fermerswalde und Züllsdorf als Ort der Gefangennahme. Dieser Ort geriet später in Vergessenheit. 1897 wurde in einem Waldstück bei Falkenberg/Elster ein Denkmal errichtet, wo man die Gefangennahme Johann Friedrichs vermutet.

Die Niederlage des Schmalkaldischen Bundes in der Schlacht bei Mühlberg hatte weitreichende Folgen. Kaiser Karl V. stand auf dem Höhepunkt seiner Macht. Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen wurde zum Tode verurteilt, dann aber zu „ewiger Gefangenschaft“ begnadigt. Er verlor seinen Kurfürstentitel und große Teile seines Herrschaftsgebiets. Der Schmalkaldische Bund war zerschlagen. Dennoch gelang des dem Sieger von Mühlberg nicht, die „Rebellion“ der Lutheraner zu beenden. 

Die Erinnerung an die Schlacht bei Mühlberg ist nie erloschen. Selbst in Spanien ist die Stadt Mühlberg zumindest dem Namen nach bekannt. Kaiser Karl V., zugleich König von Spanien, ließ seinen Sieg in bedeutenden Kunstwerken verherrlichen. Aber auch die spanischen und italienischen Adligen, die an der Schlacht teilgenommen hatten, trugen die Erinnerung weiter, in dem sie ihre Palazzi mit Bildern der Mühlberger Schlacht ausmalen ließen. In Mühlberg und dem nahegelegenen Gemeindeteil Borschütz erinnern Gedenksteine an die Schlacht.

 

Gedenkstein

An der Elbe bei Borschütz

 

 

 

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